Stammbaum-Vorlage: Word, Excel oder PDF?

· RootsOnPrint · 6 Min. Lesezeit

Wer „Stammbaum Vorlage“ sucht, findet Hunderte Angebote: Word-Dateien mit Kästchen, Excel-Tabellen, bunte PDFs zum Ausdrucken und Programme, die alles automatisch zeichnen. Welche Vorlage die richtige ist, hängt weniger vom Design ab als davon, was du vorhast. Willst du an einem Nachmittag mit der Oma die Großeltern zusammentragen, oder baust du über Jahre eine Sammlung mit Hunderten Personen auf? Dieser Artikel zeigt, welche Vorlagentypen es gibt, wofür sich Word, Excel, PDF und Software jeweils eignen und worauf du beim Ausfüllen und Drucken achten solltest.

Welche Arten von Stammbaum-Vorlagen gibt es?

Bevor du dich für ein Format entscheidest, lohnt der Blick auf die Form. Die meisten Vorlagen gehören zu einem von vier Typen:

  • Ahnentafel: Sie geht von einer Person aus und zeigt deren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Jede Generation verdoppelt sich, Geschwister kommen nicht vor. Das ist die klassische Vorlage für den Einstieg, weil sie eine klare Frage stellt: Wer sind meine direkten Vorfahren?
  • Ahnenfächer: dieselben Personen wie in der Ahnentafel, aber im Halbkreis angeordnet. Du sitzt in der Mitte, jede Generation bildet einen Ring. Auf einem Blatt passen so mehr Generationen unter, und Lücken fallen sofort auf.
  • Nachkommentafel (auch Nachfahrentafel): Sie beginnt bei einem Paar, etwa den Großeltern, und zeigt deren Kinder und Enkel. Das ist die richtige Vorlage für Familientreffen, weil sich alle Lebenden darin wiederfinden.
  • Familienblatt: kein Baum, sondern ein Formular für ein einzelnes Paar mit seinen Eltern und Kindern. Es bietet Platz für Daten, Orte, Berufe und Notizen, für die in einem Baum kein Raum bleibt. Viele Forscher legen pro Paar ein Blatt an und heften sie nach Familien ab.

Wie die Nummern in einer Ahnentafel funktionieren und warum der Vater immer die doppelte Nummer seines Kindes trägt, erklärt unser Artikel Ahnentafel erstellen: Kekulé-Nummern erklärt.

Word und Excel: flexibel, aber nur bis zu einer gewissen Größe

Vorlagen für Word oder Excel haben einen großen Vorteil: Du kannst sie am Bildschirm ausfüllen, Tippfehler korrigieren und den Baum beliebig oft neu ausdrucken. Wer mit den Programmen vertraut ist, passt Farben, Schriften und Kästchen nach Belieben an. Für einen kleinen Baum mit Eltern, Großeltern und Urgroßeltern funktioniert das gut.

Die Grenzen zeigen sich, sobald die Familie wächst. In Word sind die Kästchen meist Textfelder oder Formen, die mit Linien verbunden sind. Fügst du eine Person ein, musst du alles von Hand verschieben, und spätestens bei langen Namen oder einer zweiten Ehe gerät das Layout durcheinander. Excel ist ordentlicher, solange du die Daten als Liste führst, also eine Zeile pro Person mit Spalten für Geburt, Heirat und Tod. Als Grafik ist eine Tabelle aber mühsam: Verbindungslinien musst du zeichnen, und beim Drucken verteilt sich der Baum gern auf mehrere Seiten. Google Sheets verhält sich ähnlich wie Excel, hat aber den Vorteil, dass mehrere Verwandte gleichzeitig an einer Liste arbeiten können.

Der wichtigste Nachteil betrifft den Austausch: Eine Word- oder Excel-Datei versteht kein Genealogieprogramm. Wenn du später umsteigst, tippst du alles noch einmal ab. Wer Excel trotzdem nutzt, sollte wenigstens bei der Listenform bleiben, denn eine saubere Tabelle lässt sich später leichter übertragen als ein gezeichneter Baum.

PDF zum Ausdrucken: schnell und ideal für Gespräche

Eine leere Vorlage auf Papier ist das einfachste Werkzeug von allen. Du druckst sie aus, legst sie auf den Küchentisch und füllst sie gemeinsam mit Eltern oder Großeltern aus. Gerade ältere Verwandte erzählen vor einem Blatt Papier oft mehr als vor einem Laptop. Die leeren Felder wirken dabei wie Fragen: Wie hieß deine Großmutter mit Mädchennamen? Wo wurde sie geboren? Ein ausgefülltes Blatt ist außerdem ein schönes Dokument für sich, vor allem mit der Handschrift der Oma darauf.

Der Nachteil liegt auf der Hand: Was auf Papier steht, lässt sich nicht durchsuchen, nicht teilen und nur mit Radiergummi korrigieren. Ein PDF ist deshalb der ideale Start und eine gute Arbeitskopie, aber kein Ort für eine wachsende Sammlung.

Bei uns findest du vier kostenlose Vorlagen zum Ausdrucken, alle im A4-Format: eine Ahnentafel über 4 Generationen, einen Ahnenfächer über 5 Generationen mit 31 Feldern, eine Nachkommentafel über 3 Generationen (Großeltern, Kinder, Enkel) und ein Familienblatt für ein Paar mit seinen Kindern. Word- oder Excel-Dateien bieten wir nicht an. Unsere Vorlagen sind bewusst zum Ausfüllen von Hand gedacht.

Genealogieprogramm: ab ein paar Dutzend Personen die bessere Wahl

Ein Genealogieprogramm ist keine Vorlage, sondern eine Datenbank. Du trägst jede Person einmal ein und verknüpfst sie mit Eltern, Partnern und Kindern. Den Baum zeichnet das Programm selbst, und du kannst daraus jederzeit eine Ahnentafel, eine Nachkommentafel oder eine Liste erstellen. Quellen, Fotos und Notizen hängen direkt an der Person. Kostenlose Programme wie Ahnenblatt oder Gramps reichen für die meisten Familien völlig aus.

Der entscheidende Vorteil ist GEDCOM, das gemeinsame Austauschformat der Familienforschung. Fast jedes Programm und jede Online-Plattform kann seine Daten als GEDCOM-Datei exportieren und importieren. Damit bist du an keinen Anbieter gebunden und kannst deine Forschung mit Verwandten teilen. Was in so einer Datei steckt, erklärt Was ist eine GEDCOM-Datei?, und wie du sie aus den verbreiteten Programmen herausholst, zeigen unsere Export-Anleitungen.

Tipps zum Ausfüllen

  • Nimm einen Bleistift. Daten ändern sich, sobald du eine Urkunde findest. Erst wenn eine Angabe belegt ist, schreibst du sie mit Kugelschreiber nach.
  • Frauen mit Geburtsnamen. Trag den Namen ein, mit dem eine Frau geboren wurde, nicht den Ehenamen. So findest du sie in Kirchenbüchern und Geburtsregistern wieder.
  • Unsicheres kennzeichnen. „um 1890“ oder „vermutlich Breslau“ ist ehrlicher als ein geratenes Datum, das später niemand mehr hinterfragt.
  • Quellen notieren. Schreib zu jeder Angabe dazu, woher sie stammt: aus dem Familienstammbuch, von einer Urkunde oder aus einem Gespräch mit Tante Erika. Auf unserem Ahnenfächer und dem Familienblatt ist dafür ein eigenes Feld für Quellen und Notizen vorgesehen.
  • Nummern vergeben. Wenn du mehrere Blätter hast, helfen die Kekulé-Nummern aus der Ahnentafel, damit jede Person eindeutig bleibt. Wie das geht, steht im Artikel zur Ahnentafel.

Wo du die Daten überhaupt findest, also welche Verwandten du fragen solltest, was das Standesamt herausgibt und wie du mit Kirchenbüchern weiterkommst, beschreibt unser Ratgeber Stammbaum erstellen: Schritt für Schritt.

Tipps zum Drucken

Die meisten Vorlagen sind für A4 angelegt, und das reicht für vier oder fünf Generationen. Damit nichts abgeschnitten oder verkleinert wird, wählst du im Druckdialog die Option „Tatsächliche Größe“ bzw. 100 % und nicht „An Seite anpassen“. Achte außerdem auf die Ausrichtung: Ahnentafel und Nachkommentafel sind oft im Querformat angelegt, Ahnenfächer und Familienblatt im Hochformat.

Mehr Platz zum Schreiben bekommst du auf A3. Wenn dein Drucker das nicht kann, lässt du die A4-Vorlage im Copyshop auf A3 vergrößern, das entspricht 141 %. Etwas dickeres Papier (zum Beispiel 120 g/m²) verträgt Radieren besser als normales Kopierpapier. Und druck lieber gleich zwei Exemplare aus: eines als Arbeitsblatt für Notizen und Korrekturen, eines für die saubere Reinschrift.

Wann lohnt sich der Umstieg auf Software?

Eine einfache Faustregel: Solange dein Baum auf ein oder zwei Blätter passt, ist Papier wunderbar. Spätestens wenn du anfängst, Personen mehrfach zu notieren, Seitenlinien zu verfolgen oder Quellen über mehrere Blätter zu verteilen, ist ein Programm einfacher. Typische Zeichen sind ein paar Dutzend Personen, die erste Urkundenbestellung oder der Wunsch, Daten mit Cousins auszutauschen. Deine ausgefüllten Papiervorlagen sind dann nicht verloren: Sie sind die Grundlage, die du ins Programm überträgst, und oft das schönste Erinnerungsstück der ganzen Forschung.

Und wenn der Baum an die Wand soll

Wenn deine Daten in einem Programm oder einer Online-Plattform liegen, kannst du sie als GEDCOM-Datei bei uns hochladen und daraus ein Poster gestalten. Ohne Datei trägst du die Familie im Online-Assistenten ein. In beiden Fällen siehst du vor der Bestellung eine Vorschau. Stammbaum-Poster gestalten.

Bereit, deinen Stammbaum zu drucken?

GEDCOM-Datei hochladen

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